Stephan Lendi

Stephan Lendi ist der Verantwortliche für die Kommunikation der Vegana.

Vegan ist voller Energie, unkompliziert und öffnet neue Horizonte!

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Matthias Kegelmann betreibt Calisthenics, Muskelaufbau, welcher nur das eigene Körpergewicht nutzt und ganz auf Hanteln und Maschinen verzichtet. Gleichzeitig ernährt sich Matthias Kegelmann vegan. Stephan Lendi hat sich mit Matthias Kegelmann über seinen Sport unterhalten und seinen Entscheid, sich ausschliesslich vegan zu ernähren.

Wenn man Sie als menschliche Flagge sieht oder Sie bei einarmigen Klimmzügen beobachtet, mag das Bild eines Gewichte-stemmenden Muskelprotzes entstehen, welcher Spaghetti und rohes Fleisch frühstückt. Dem ist aber nicht so?

(lacht) Da sind gleich zwei Fehlschlüsse mit drin: Für obengenannte Übungen braucht man nicht zwangsweise riesige Muskelberge. Einerseits, da sie nicht unbedingt Kraft bedeuten, andererseits erhöhen sie eben auch das Körpergewicht. Zudem kommt man mit herkömmlichem Hanteltraining selten an das Mass an Körperspannung und spezifischer Kraft heran, die bei diesen Übungen benötigt werden. Das betreiben von solchen Übungen mit eigenem Körpergewicht wird im Englischen unter Calisthenics zusammengefasst. Also auch die ganz einfachen, grundlegenden Übungen wie Klimmzüge, Liegestütze und Kniebeuge. Daraus ist in den letzten 10 Jahren mehr und mehr eine Szene gewachsen, die mit Kreativität und Ehrgeiz für schwierigere und komplexere Übungen trainiert.

Die zweite falsche Annahme ist, dass Fleisch stark macht. Krafttraining macht stark, die Ernährung ist da sekundär. Und immer mehr Kraftsportler zeigen auf, dass man sehr gut ohne Fleisch oder gar Tierprodukte sportliche Höchstleistung erbringen kann. Und dabei sogar noch von gesundheitlichen Vorteilen profitieren kann! Ich selbst ernähre mich seit über zwei Jahren vegan und für mich war das eine der besten Entscheidungen in meinem Leben.

Wie verbreitet ist Calisthenics in der Schweiz?

In der Schweiz war Calisthenics bis vor kurzem noch so gut wie gar nicht verbreitet. Eigenkörpergewichtsübungen wurden traditionell auf Vita Parcours zwischen dem Joggen verrichtet. Dementsprechend stiefmütterlich behandelt blieb das Niveau weit unter dem aus den USA oder gar dem ehemaligen Ostblock. Bis vor etwa fünf Jahren gab es in der Schweiz wohl keine Calisthenics-Szene, wie man sie heute kennt. Allmählich wurden dann Gruppen gegründet, eine der ersten in St. Gallen, mittlerweile gibt es durch die Verbreitung der Videos im Internet, dem gestiegenen Interesse und neu gebauten Training-Parks in jeder grösseren Stadt Gruppen, in welchen Calisthenics auf hohen Niveau trainiert wird.

Sie sind der beste Beweis dafür, dass der vegane Lifestyle kein Hindernis für einen muskulösen Körper ist. Baut der Körper anders Muskeln auf als mit klassischem Bodybuilding und traditioneller Ernährung?

Ja, ich habe seit den über zwei Jahren nach dem Umstieg auf vegane Ernährung weiterhin grosse Fortschritte und Kraftzuwächse verzeichnen können. Alle essentiellen Aminosäuren sind auch in Pflanzen enthalten, zudem deutlich leichter zu verdauen. Ich fühle mich weniger müde und habe mehr Energie, erhole mich schneller von harten Trainingseinheiten. Und für einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen sind Obst, Gemüse und Vollkornprodukte ohnehin schon bekannt. Selbst in der deutschen Fussball-Nationalmannschaft macht man sich Gedanken, die tierischen Nahrungsmittel für die Sportler zu reduzieren und mehr auf pflanzliche Alternativen zurückzugreifen.

Mit dem Vegan Calisthenics Team sind Sie auch an der Vegana präsent, dem ersten veganen Strassenfest im Sihlcity in Zürich. Was möchten Sie den Besucher über Calisthenics und den veganen Lifestyle vermitteln?

Es bereitet uns sehr grosse Freude an diesem erstmaligen Event mitwirken zu dürfen! Wir wollen den Besuchern zeigen, wie gesund und leistungsfähig man mit veganer Ernährung sein kann. Und dass vegan weder blass, schlapp noch langweilig ist. Im Gegenteil: vegan ist energetisch, unkompliziert und öffnet neue Horizonte. Es ist eine sehr wichtige und aktuelle Botschaft, die sehr wichtig für die Tiere, die Umwelt und auch die Gesundheit unserer Gesellschaft ist.

Ausserdem ist es für viele Besucher wahrscheinlich das erste Mal, dass sie solche Übungen live sehen. Dass heisst, wir wollen auch den Sport Calisthenics den Leuten bekannt machen. Die Leute können gerne auch die eine oder andere Übung ausprobieren, es soll auch kleine Zuschauerwettbewerbe geben. Als Vegan Calisthenics Team wollen wir den veganen Lebensstil mit allen seinen positiven Aspekten aktiv vorleben und Leute dazu inspirieren uns nachzumachen!

 

Kurzbiografie Matthias Kegelmann

Ich bin Matthias Kegelmann, 24 Jahre, Veganer und betreibe Kraftsport seit acht Jahren. Ich habe schon immer gerne Übungen mit dem eigenen Körpergewicht gemacht und wollte unbedingt mal einarmige Klimmzüge machen können. 2011, ein halbes Jahr nachdem mir erstmals die Human Flag gelang, war es soweit, mein erster einarmiger Klimmzug, mit dem linken und mit dem rechten Arm gleichermassen! Die Calisthenics-Szene eröffnete sich mir über YouTube, wo ich 2009 das erste Video über den Sport sah, dass in einem Stadtpark in New York aufgenommen wurde. Seither versuche ich jede einzelne Übung zu erlernen, sie zu perfektionieren und auch einen eigenen Stil zu entwickeln. Für mich ist Krafttraining eine Reise, auf der sich Körper und Geist gegenseitig kennenlernen, gemeinsam Hindernisse überwinden und neue Dinge erfahren.

Anfang 2013 begann ich mich für Veganismus zu interessieren und habe kurz darauf beschlossen, den veganen Lebensstil in der Zeit zwischen Fasnacht und Ostern auszuprobieren. Nach wenigen Tagen des Ausprobierens war ich überzeugt und wurde Veganer. Die Entscheidung, Veganer zu werden, habe ich nie bereut, im Gegenteil, sie hat mich glücklich gemacht. Schon bald habe ich begonnen, mich in Basel aktiv für den veganen Lebensstil einzusetzen. Es ist mir sehr wichtig, einen Beitrag zur Verbesserung dieser Welt zu leisten. Mit der Förderung der veganen Lebensweise erspart man vielen Tieren grosses Leid, spart Umweltressourcen wirksam ein und kann der Gesellschaft geistige wie körperliche Gesundheit vermitteln. Es bereitet mir immer Freude, Menschen zu zeigen, dass man auch ohne tierische Produkte sportlich erfolgreich sein kann. Auf dieser Idee basiert unser Projekt: „Vegan Calisthenics Team".

 

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